Der Abschied aus Berlin ist perfekt. Beim Aufwachen begrüßte mich so richtiges Abschiedswetter, Kälte, Regen, alles in grau. Heute morgen ging es los mit dem Zug von Berlin nach Frankfurt. Von dort geht dann der Flug nach Shanghai. Nach den ganzen Abschieden der letzten Tage kam der letzte Gruß heute morgen beim Frühstück von Radio 1. Als erstes sangen Die Ärzte auf Chinesisch, keine Ahnung wieso, vielleicht wegen der Olympiade. Ich dachte als erstes, sie würden Japanisch oder so etwas singen, schließlich habe ich aber doch einige Worte erkannt. Vielleicht lag das aber auch an meinen mangelnden Chinesisch-Kenntnissen. Danach kam aus dem Musical Linie 1 „Du bist schön, auch wenn du weinst“. So hatte nicht nur ich, sondern auch Lissy ein Abschiedslied.
Am Bahnhof kam es noch einmal zu einer kurzen Schrecksekunde. Der ICE nach Leipzig wurde als erstes mit Verspätung angekündigt, dann stand aber glücklicherweise ein Ersatz-IC zur Verfügung, der pünktlich in Leipzig ankam. So sitze ich nun im Zug nach Frankfurt und bin gespannt, ob mein Gepäck weniger als 30 kg wiegt. Ich hoffe es mal, sonst müsste ich noch überlegen, was ich wieder auspacke.
Archiv für die Kategorie ‘Vor der Abfahrt’
Abschiedsklänge aus dem Radio
25. August 2008Abschied nehmen II
25. August 2008Wie gesagt, ich bin mittlerweile Profi-Abschied-Nehmer. Daher behellige euch jetzt ein zweites Mal damit.
Natürlich musste ich von vielen Freunden Abschied nehmen. Das macht mich traurig. Einige sind ja schon Anfang August in den Urlaub gefahren, andere habe ich kurz vor der Abfahrt noch gesehen. Schön war es mit euch in Berlin. Leider werden ja viele nicht mehr in Berlin sein, wenn ich zurück komme. Ich hoffe, nein, ich bin überzeugt, dass wir in Kontakt bleiben.
Abschied nehmen musste ich auch von Berlin. Bisher war es immer noch die beste Entscheidung meines Lebens nach Berlin zu gehen. Die Cafés, die Bars, die Atmosphäre, die Leute, die guten Restaurants, der Kanal, Kreuzberg, das Lebensgefühl, meine Wohnung. All das wird mir fehlen. Ich bin gespannt, was Shanghai mir bieten wird, Berlin werde ich aber genauso vermissen, wie meine Freunde dort.
Am meisten Wehmut entwickelte sich allerdings bei meinem Abschied aus der Uni. Zwei Tage vor der Abfahrt, nach mittlerweile 6 Jahren ist die Uni doch ein Ort geworden, an den ich so unglaublich viele Erinnerungen habe. Die Arbeit als Tutor und die Stimmung im KT, die vielen Leute, die ich kenne, das mittlerweile passable Mensa-Essen, die Streitereien mit dem Prüfungsamt… – all das werde ich vermissen. Jetzt heißt es eine neue Uni kennen und mögen zu lernen, ich bin gespannt. Und mal sehen, vielleicht verschlägt es mich nnach meiner Rückkehr wieder ins KT. Wir werden sehen…
Abschied nehmen I
25. August 2008Im letzten Eintrag schrieb ich noch, dass von mir nur über China geschrieben wird. Nach den Einträgen von heute stimmt das auch, aber jetzt kommt die Ausnahme.
So eine Reise bringt es natürlich mit sich, dass ich mittlerweile Spezialist im Abschied Nehmen bin. Im gesamten letzten halben Jahr nahm ich nach für nach Abschied von den DJs, meiner Ultimate-Mannschaft. Als erstes die vielen Prüfungen, dann kleinere Verletzungen, am Ende ein bisschen Motivations- und Fitnessverlust sorgten dafür, dass mich die DJs immer seltener sahen. Naja, in Shanghai sollte es dafür einen hoffentlich gleich guten – was schwierig ist – Ersatz geben.
Der zweite Abschied war der von vielen Dingen, die ich über Jahre in Berlin angesammelt hatte. Schon im Juli war ich mit Lissy auf dem Boxi um unsere Sachen zu verkaufen. Einerseits hatte ich keine Lust, so viele Sachen in Alessias feuchten Keller zu schleppen, die dann dort nur vergammeln, andererseits ist eine Ausmistaktion nach ein paar Jahren doch ganz gut.
Ein wunderbarer Sonntag. Es war schon erstaunlich, wie viel Sachen man Sonntag morgens um 2.30 Uhr in Brittas kleinen Renault stopfen kann. Mehr wäre nicht mehr reingegangen und bei mehr wäre er wahrscheinlich in sich zusammengebrochen. Danke, kleiner Renault, der du trotz nicht vorhandenern Umweltplakette immer noch durch Berlins Ring düst.
Genug verkauft haben wir, das beste ist aber, dass man die Flohmarkt-Besucher die ganze Zeit beobachten kann. Morgens gibt es die Profi-Einkäufer, die versuchen ein gutes Geschäft zu machen, nachmittags kommen die gestylten, super trendy gekleideten, Sonnenbrille tragenden Super-Coolen, die es nicht zu unseren Stand zog. Über den ganzen Tag verteilt kommen erfahrene Flohmarkt-Einkäufer, die die Preise genau kennen und einen den Stand leer machen, wenn man fair ist. Weit verbreitet ist auch der Mutter-Tochter Besuch auf dem Boxi und Touris dürfen natürlich auch nicht fehlen. Als letztes fällt mir noch der Runden-Läufer ein. Der kauft nichts, schaut aber immer wieder vorbei, testet die Ware und überlegt es sich noch einmal, bis er eine Stunde das gleiche noch einmal tut und dann noch einmal tut und dann noch einmal…
Eine weitere Erfahrung war es, dass es Top-Ware gibt, die aber nicht gekauft wird. Lissy hat so einige Stücke an Top-Ware. Diese wurde gefühlte 30 Mal anprobiert, mindestens weiter 50 Mal der Freundin gezeigt, gekauft wurde sie aber erst, als wir am Ende einen Ausverkauf machten, gegen jeder SSV ein Witz ist. Zuvor waren 3€ immer zu viel, am Ende gingen die beiden am meisten probierten Stücke zusammen für 5€ weg.
Ich merke gerade, dass der Eintrag unglaublich lang wird. Egal, wer es lesen will, soll es tun, wer nicht will, der tut es nicht. Irgendetwas muss man ja aber machen, um sich auf der Zugfahrt abzulenken.
Countdown: Noch drei kurze Tage bis zum Abflug…
24. August 2008Was mich in den kommenden Tagen erwartet:
- Montag, 14 Uhr: Meine letzte Vordiplomsprüfung
- Dienstag: Koffer packen, Wohnung ausräumen
- Mittwoch, 20 Uhr: Abflug von München
- Donnerstag, 18 Uhr: Ankunft in Hangzhou
- Freitag: Einschreibung an der Zhejiang-Universität
Langsam geht es los, aber realisiert habe ich das noch nicht…
Visumsproblem
17. August 2008Genau 1 Woche ist es noch, bis ich losfahre. Heute morgen habe ich das erste Mal die Anspannung gemerkt. Beim Aufwachen war der Kopf voller Dinge, die ich vor der Abfahrt noch erledigen muss/will, u.a. das Blog zu starten.
Den Höhepunkt der Anspannung verursachte bisher allerdings die Post. Die Visumsunterlagen wurden mir als Einschreiben zugeschickt, der Briefträger hatte aber keine Lust zu uns in den 4. Stock zu kommen. Also, ich am nächsten Tag zur Post, kein Einschreiben da. Die Wut steigt so langsam, die Verunsicherung auch. In 4 Tagen will ich in den Urlaub, sollte ich den etwa verschieben oder sogar verpassen? Nach dem Wochenende geht’s wieder zur Post, kein Einschreiben da, aber siehe da, nach 10 Minuten, 3 Postbeamtinnen suchen, hat eine die geniale Idee. Der Brief lag in der Ritze zwischen Schublade und Schrank, Glück gehabt!!!
Die Visumsunterlagen waren also da, um 10 Uhr zum Konsulat, Express-Service angekreuzt, 11.45 Uhr habe ich den Pass mit Visum wieder. Es kann also nichts mehr schiefgehen, ich kann entspannt in den Urlaub fahren. Der positive Nebeneffekt, ich habe ein neues Café ausprobiert, in der Nähe des Konsulats, hmmm lecker, der beste Cappuccino, den ich in Berlin kenne, fast wie in Italien. Die Cafés in Berlin werde ich vermissen. Mal sehen, was für Teestuben Shanghai mir serviert.
Danach in den Urlaub, der war richtig schön. Schreib ich nichts drüber, ist halt Italien und das ein Blog über China. Naja, wie gesagt, es sind noch 7 Tage…