Archiv für die Kategorie ‘Unileben’

Laborblues

07. März 2009

Ich habe gestern ja schon geschrieben, dass jetzt Versuche anstehen und ich deswegen Zeit habe Blog zu schreiben. Naja, danach ist mir aufgefallen, was ich noch so mache, um die Zeit rumzukriegen, schrecklich, irgendwie krass, was man macht, um die Zeit tot zu schlagen, wenn man gelangweilt ist und warten muss.

Ganz vorne steht singen, wer draußen vorm Labor vorbeigeht muss denken, ich spinne, die Musikauswahl dabei ist grausam, von Michael Jacksons Heal the World, über die Backstreet Boys – lief gestern in der Mensa – bis zur Ode an die Freude – keine Ahnung wieso – , zu den Ärzten –ok, die sind echt gut – , zu Fußballstadiongesängen (gell Alessia) und selbstkomponierten Melodien. Naja, das schlimmste Lied ist aber White Christmas, das lief am Montag – also mitten im Februar – in der Mensa, jetzt habe ich einen Ohrwurm davon, ich krieg ihn nicht weg, habe schon vieles versucht, hat aber noch nicht funktioniert.

Naja, meine zweitliebste Beschäftigung, teilweise zeitgleich mit dem Singen, ist das Hin- und Herhüpfen, manchmal auf der Stelle- ich könnte ein Springseil gebrauchen -, fast immer mit dem Versuch nicht auf die Linien der Fließen zu treten, manchmal im Viereck, manchmal mit Schrittkombinationen, manchmal nach rechts zur Tür und zurück, manchmal nach hinten zum Arbeitstisch und zurück, vorwärts, rückwärts, hoch zum imaginären Volleyballblock – die Gasleitungen sind das Netz -naja, ist ja auch ganz schön kalt hier drin, deswegen hüpfe ich wahrscheinlich so viel durch die Gegend.

Krafttraining für die Oberarme mache ich mittlerweile auch, es stehen zwei riesige alte, ziemlich verrostete Wassersieder neben der Anlage, zwischen den beiden drücke ich mich immer hoch, nach 5 Mal merke ich das ganz schön in den Armen und im Oberkörper. Gegen meinen kleinen Bauch –der durch die Laborarbeit leicht gewachsen, aber wirklich nur leicht – hilft das Rumspringen allerdings nicht, wenn ich fertig bin, muss ich auf jeden Fall mal wieder Frisbee spielen gehen.

Wenn‘s euch interessiert, das Labor hat in der Länge 10 Fußbodenplatten und zwei halbe am Anfang und am Ende, in der Breite sind es 14 und zwei halbe, das sind, hmmm, keine Lust jetzt zu rechnen. Die Platten sind quadratisch und meine Schuhe passen hintereinander genau zweimal in eine Platte, rolle ich den Schuh aber ab, trette ich auf die Linie, verdammt, aber sehr interessant, hab Schuhgröße 43, wer rechnet jetzt aus, wie groß das Labor ist,…

So, jetzt werden sich einige fragen, wieso ich nicht was Gescheites machen, naja, Buch lesen geht irgendwie nicht, wenn man alle 10 Sekunden auf die Werte gucken muss, dann macht das echt keinen Spaß, Vokabeln lernen wollte ich ja auch mal, hmm, da gibt’s dasselbe Problem, zu wenig Konzentration, da bleibt nur Rumspringen und Hände ans Heizkissen, meine Finger und Füße sind nämlich jetzt kalt.

Made in China

24. Januar 2009

Richtig kalt heute, richtig kalt war’s, fast zu kalt für meine Wasserleitung und für die Brennstoffzelle. Aufgewacht heute morgen, vor Kälte fast nicht aus dem Bett getraut, fast kein Wasser aus dem Wasserhahn, also kein Tee zum Frühstück, hab das Wasser einfach mal laufen lassen und gehofft, dass vielleicht nicht alles Wasser in der Leitung zugeeist ist, siehe da, nach 5 Minuten geht der Wasserboiler an, das Wasser läuft normal.

Das Interessante daran ist, dass die Leitung erst ganz neu verlegt wurde, aus tollem Kunststoff, aus dem leicht offenstehendem Treppenhaus, wo die Hauptwasserleitung liegt, durch den nach außen offenen Gang zu meiner Wohnung, ohne Isolierung natürlich, d.h. im Winter im Vereisungsgefahr. Ich will nicht wissen, wie viele Wohnungen in Shanghai heute morgen kein Wasser hatten, und das auch noch zum Frühlingsfest.

Naja, in die Uni mal wieder, ins Labor, das Thermoelement zeigt -1,7°C Raumtemperatur an, super, da soll ich heute mehrere Stunden verbringen. Naja, Anlage angestellt, dann erst dran gedacht, scheiße, das Produkt der Reaktion ist ja Wasser, und das ganze Wasser ist bestimmt nicht aus den Leitungen. Was passiert, immer weniger Luft fließt, irgendwo vereist, als erstes dachte ich an die Pumpe, aber keine Ahnung, wo die ist, dann an die Leitung, nachgeguckt, kein Eis gesehen, naja, nach etwa 10 Minuten macht es einen kleinen Schlag, der Schlauch, der das Abgas (Wasserdampf) nach draußen bringt, springt kurz hoch, alles funktioniert wieder normal. Klar, habe nur bei der Zuleitung nachgeguckt, der Schlauch fürs Abgas ist aber viel krasser, einfach ein Loch in die Außenwand gebohrt (Durchmesser 10 cm) für den Schlauch (Durchmesser 1 mm), der liegt also praktisch im Freien. Jetzt weiß ich auch, wieso es an den Füßen immer so zieht, ist halt ein Riesenloch hinter der Anlage.

Naja, im Labor lief nicht viel, mir war kalt und das Aufheizen dauerte ewig. Naja, die MEA ist nicht aktiviert und wird wohl auch keine guten Werte mehr bringen. Ich habe aber entschieden erst einmal nicht mehr ins Labor zu gehen, dafür im warmen zu Hause oder im warmen Cafe – das ist gar nicht so einfach zu finden, die meisten Klimaanlagen bringen es einfach nicht wirklich und sind zu klein – die bisherigen Ergebnisse auswerten und die Arbeit schreiben. Da es für die Brennstoffzelle zur Zeit sowieso zu kalt ist, wird sie mich erst wieder sehen, wenn es mindestens 5°C sind. Ich gebe zu, im Laufe des Tages war es dann auch mal 5°C im Labor, aber nur als die Sonne direkt ins Labor geschienen hat.

Ich habe auch ne neue Geschichte von nem Schloss – made in china -, dieses Mal ein Fahrradschloss. Mein altes Fahrrad wurde ja geklaut, aus dem Haus raus, man kann es halt nirgends festschließen und die Haustür ist grundsätzlich offen. Egal, teuer war’s nicht, hab mir ein neues gekauft, ein kleines süßes, Klapprad, war das billigste im Laden, das gehört jetzt mir, zusammen mit einem tollen Monsterschloss, das die Hälfte vom Fahrradpreis gekostet hat. Es ist wieder mal ein typisch chinesisches Schloss, hohe Qualität, aufbrechen geht nicht, nur aufschließen nach dem dritten Mal auch nicht mehr, zum Glück habe ich mein Fahrrad noch aufbekommen, als ich es wieder anschließen wollte, ging nichts mehr, das Schloss geht mit allen drei Schlüsseln – darunter ein blinkender – nicht mehr auf und das Fahrrad hat einen neuen Platz, mein ungeheiztes, daher zur Zeit nicht benutztes Arbeitszimmer, wär draußen sowieso zu kalt zum Fahrradfahren.

Peter allein in der Uni oder ich hasse Laborarbeit

23. Januar 2009

Ich bin seit Sonntag wieder in der Uni, auch hier war schon viel weniger los, fast keine Studenten waren da, bei den Professoren war irgendwie weniger los, in der Mensa habe ich viele Erwachsene mit ihren Kindern gesehen, alle waren noch beschäftigt vor dem Urlaub organisatorische Dinge fertig zu bekommen, aber alle haben sich mehr Zeit gelassen als sonst, alle außer Peter.

Der nämlich wollte vor dem Spring Festival seine Versuche fertig bekommen, um danach in Ruhe die Ergebnisse auswerten und die Arbeit schreiben zu können, daher um 5.50 Uhr aufstehen und um 21.30 Uhr zu Hause wieder ankommen, nichts war’s. Die Laborarbeit ist recht öde, Brennstoffzelle zusammenschrauben, aufheizen – das dauert – Messwerte nehmen – macht der Computer natürlich – Brennstoffzelle auseinanderschrauben und neues Flow Field nehmen, zusammenschrauben,… nicht gerade das Spannendste und dazu auch noch im unbeheizten Labor, naja, ich freue mich immer auf die kurze Zeit im Büro, falls es dort warm ist.

Am Mittwoch ist die MEA – Membrane Electrode Assembly – kaputt gegangen, d.h. ich muss eine neue aktivieren (3-5 Tage) und danach die ganze Arbeit der drei Tage davor noch einmal machen. Sch…(ade). Bisher gingen die Temperaturen noch, heute ist es aber richtig kalt, als ich ins Labor kam, waren es 4 Grad, jetzt bin ich eingepackt, mit Decke und Heizkissen zwischen den Beinen, aber meine Finger frieren beim Tippen. Ihr dürft mich jetzt alle einmal so richtig bedauern und Mitleid haben, aber so stark, dass ich das hier fühle und mich dran Wärmen kann, ok gut ist, genug beschwert.

Seit gestern bin ich allein an der Uni, irgendwie lustig, keine Professoren im Büro, gestern noch ein paar Leute im Haus, heute niemand mehr, außer dem Wachmann natürlich, der, wenn ich um 7.45 Uhr komme schon am Eingang sitzt und zur Zeit sogar nicht schläft, da es zu kalt dafür ist. Mir gefällt es eigentlich alleine hier, die Klimaanlage im Büro kann ich so warm stellen, wie ich will, niemand lässt im Büro Tür offen stehen oder kommt auf die Idee, das Fenster aufzureißen. Das Blöde ist nur, es hat nichts mehr offen hier, keine Mensa, nur ein Restaurant auf der anderen Seite des Campus, das würde aber zu viel Zeit kosten. Also hat Peter einen Haufen Brot mit Salami und Käse gekauft und ernährt sich die nächsten Tage nur noch von Brot und Wasser, bis auf abends natürlich, dafür habe ich dann Nudeln mit verschiedenen Soßen, das muss ich jetzt mal zwei Wochen durch, danach kann das richtige, normale Leben wieder beginnen, im Cafe sitzen und schreiben, schönes Shanghai, darauf freue ich mich.

Abgetaucht: Schwimmübungen im Meer chinesischer Zeichen

21. November 2008

Room 4408

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Meine Uni, mein Campus, mein Block

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“Es steht eine nationale Uni am Qiantang-Fluss”

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