Archiv für die Kategorie ‘Reisen’

Wie bei Wein

21. Juni 2009

Meine Cappuccino-Buch-Idee hat Zukunft, ich trinke ihn weiterhin sehr, sehr gerne und es war das Gesprächsthema, als ich zu Hause war, keine Anekdoten über die Chinesen, nein, Cappuccino hier, Cappuccino dort, ich freue mich schon auf die Frei-Cappuccinos, damit ich Cafes gut bewerte, obwohl bestechen lasse ich mich nicht, der Cappuccino-Geschmack ist mir heilig, außerdem wurde mir mittlerweile bestätigt, dass ich Cappuccino nicht zum Wachmachen missbrauche, sondern ein Cappuccino-Genießer bin, ein gutes Gefühl, so gut, dass ich mittlerweile ohne Reue auch nachmittags einen Cappuccino in Italien trinken kann, obwohl, so richtig Italien war es ja nicht, ihr wisst schon, Südtirol.

Wein trinke ich ja auch gerne, leider kenne ich mich dabei nicht so gut aus, was ich weiß, bei Wein schmeckt man den Preis, den man zahlt, dasselbe gilt für Cappuccino, zumindest in Asien. Also, zwei neue Topadressen für Cappuccino in Shanghai, beides nicht oft bezahlbar – besser gesagt, nur bezahlbar, wenn man unbedingt ein Cappuccino-Wie-In-Italien-Erlebnis haben will -, die Reihenfolge ist schwer, der Preis gleich, aber der Flughafen gewinnt, einmal die Schwester zum Flughafen gebracht, einmal selbst nach Japan geflogen – dabei extra ein bisschen früher losgefahren, um in Ruhe einen Cappuccino trinken zu können – zusammen 10 €, heißt 5€ pro Cappuccino, Terminal 1, Cafe mit italienischem Namen, lustig den Leuten beim Check-In zuzugucken, dazu einen leckeren Cappuccino, cremig wie in Italien, ein leckerer Cafe, ein Traum, selbst um 9 Uhr morgens nach 3 Stunden Schlaf, besser geht’s nicht, wie gesagt, die Top-Adresse in Shanghai, leider nur ca. 50 Kilometer von mir entfernt und viel zu teuer. Auf Platz 2, ganz knapp geschlagen, am People Square, also nur 4 U-Bahn-Stationen von mir entfernt, 5€ wert, ein cremiger Cappuccino mit Blick auf den People Square mit Chinesen beim Versuch Touristen in teure Tee-Zeremonien zu schleppen, der Vorteil, geht man vorher oder nachher ins Museum reduziert sich der Preis um den Museumseintritt, dann ist der Cappuccino auch wieder im normalen Preissegment, und daher der Gewinner im Preis-Leistungsverhältnis, ein weiterer Vorteil, man kann draußen sitzen, obwohl, der Vorteil zieht zumindest jetzt nicht mehr, da ich seit ca. 1 Woche sehr froh bin, in einem wohl klimatisierten Büro Praktikum zu machen, Hitze, Luftfeuchtigkeit und Schweißproduktion auf uneuropäischen Werten.

Weiter nach Japan, im Reiseführer gelesen, dass Japan eine lange Cafe-Tradition hat, wusste ich nicht, stimmt aber wahrscheinlich, heute zumindest, viele kleine Cafes, selbst in kleinen Orten gibt es immer ein schönes Plätzchen für den Nachmittag, zum kurz Verweilen und Kaffee trinken, naja, bei mir wurde es eher der Frühstückscappuccino, aber egal, wollte kein japanisches Frühstück mit Reisbällchen, Misosuppe, etc., daher eher in auf westlich gemachten Bäckerei-Ketten gefrühstückt, war lecker, der Cappuccino ok, besser als die Starbucks-Plörre, aber halt nichts Erwähnenswertes. Dann aber Tomonoura, ein kleines, ganz altes Fischerdörfchen, seit Jahrhunderten angeblich nicht verändert – außer den beiden modernen Touristenhotels natürlich – Sonne, Meer, Fischerbötchen. ein genialer, entspannender Nachmittag, wunderschön, dazu ein von einem jungen Pärchen geleitetes Cafe, direkt am Wasser, neben dem alten Leuchtturm, ach, ein schöner Nachmittag, ein guter, kein ganz Wie-In-Italien-Cappuccino, aber dennoch besser als die meisten in Deutschland.

Dann aber noch das Cappuccino-Highlight, Tokyo, Ginza, keine Ahnung, wie das Cafe heißt, finden würde ich es wieder, sah von außen schon teuer aus, egal, wir wollten ein Cafe, ein bisschen enttäuschend, kein Blick auf die große Kreuzung, naja, hatten nicht viel Zeit, also Cappuccino bestellt, knapp über 6€, Tokyo ist halt verdammt teuer, aber die Leistung, perfekt, ein Cappuccino der italienischen Spitzenklasse, der Preis egal in dem Moment, hmmm, lecker, ein Genuss, mehr kann ich dazu nicht sagen, bisher der beste Cappuccino in Asien, besser als alles, was ich in Deutschland hatte, die können halt doch besser kopieren als wir – der Tokyo Tower ist eine etwas größere, rot-weiße Kopie des Eifelturms -, obwohl, mittlerweile sind die ja innovativ und kopieren nicht nur, hmmm, vielleicht die Zukunft, Cappuccino made in Japan besser als der aus Italien, ich will auf jeden Fall zurück, Japan war super, ein toller Urlaub, nicht nur wegen des Cappuccinos.

Sprachenstolz

21. Juni 2009

Meine Chinesisch-Sprachkenntnisse sind ja nicht so toll, wie ich mir das vor der Abreise nach China vorgestellt habe, naja, eher sehr mau. Am Anfang habe ich noch einen Sprachkurs belegt, das dann aber im Laufe der Diplomarbeit weggelassen und jetzt kann ich mich auch nicht mehr motivieren, damit richtig anzufangen. Egal, zum Reisen, Essen Bestellen, usw. reicht es noch,…

Abreise nach Japan, Flughafen, Northwestern Airlines, Flug nach San Francisco mit Zwischenstopp in Tokyo, halt Amerikaflug, haben noch immer Schiss wegen 11. September, ich wurde ausgelost für eine Extrakontrolle, beim Check-In also zu einem Extra-Sicherheitsmensch, Chinese, so weit alles gut, ich bin kein Terrorist, also auch kein Problem, dachte ich,…, doch ein Problem, wie sich rausstellen sollte. Er fing an zu fragen, das Problem, ich habe nichts verstanden, sein Englisch war so stark durch den chinesischen Dialekt beschädigt, dass ich bei jeder Frage im Schnitt 4-5 Mal nachfragen musste, bei den einfachen Fragen nach Ziel, derzeitigen Wohnort, Grund meiner Reise kam ich noch einigermaßen mit, danach nicht mehr.

Danach ein Versuch auf Chinesisch zu kommunizieren, die Frage nach dem Feuerzeug habe ich noch verstanden (auf Chinesisch), danach kam ich auf Chinesisch nicht mehr mit, also, kompletten Rucksack ausgeräumt, er nichts gefunden, was mich als Terroristen ausweisen könnte, ich durfte also fliegen, keine Ahnung, was er von mir wissen wollte.

Zweite Hürde war dann das Einsteigen ins Flugzeug, nach einem Cappuccino war ich schon ein bisschen wacher, aber ich habe das Englisch der guten Frau am Gate einfach nicht verstanden, kein Wort, vielleicht doch ein Wort, weil ich wusste, dass es Englisch sein sollte und wahrscheinlich auch war, aber außer dem Wort Boarding ging einfach nichts. Nach den Gesichtern zu urteilen war ich nicht der einzige, der Sprachprobleme hatte. Ansage auf Japanisch, hmmm, mein Japanisch beschränkt sich genau auf null Worte, danach Chinesisch, wow, ich habe verstanden, welche Sitzreihen einsteigen sollen, ein klein bisschen stolz, zwei Mal an einem Tag habe ich auf Chinesisch mehr verstanden als auf Englisch, ein wirklich besonderer Tag.

Ich also rein ins Flugzeug, ne doch nicht so schnell, nach dem Gate, Stau, noch eine Kontrolle nach der eigentlichen Sicherheitskontrolle, noch mal das gesamte Handgepäck auspacken, meine Kekse stellten kein Sicherheitsbedenken dar, mein Wasser auch nicht, also endlich einsteigen, obwohl nicht so schnell, vor dem Flugzeug ein Polizist mit Atemmaske, noch einmal den Pass kontrollieren, wieso, keine Ahnung, zusammengefasst also, 1 Mal Reisegepäck ausgeräumt und kontrolliert, insgesamt 4 Mal den Pass kontrolliert, das Handgepäck einmal eingepackt und einmal ausgepackt kontrolliert, so sicher habe ich mich im Flugzeug noch nie gefühlt, obwohl , die ganzen Leute mit Gesichtsmaske haben mich schon ein bisschen nervös gemacht, Schweinegrippealarm in Japan halt, fast 300 Fälle in Japan, überall Gesichtsschutz um mich rum, ein seltsames Bild und ein mulmiges Gefühl, naja, nach 2-3 Tagen hatte ich mich daran gewöhnt.

Derbyfieber

27. April 2009

Noch einmal Europa, nicht China, sondern Darmstadt, die Blüte des Jugendstils, trotz großer Uni recht langweilig und Heimat der Lilien (= SV Darmstadt 98 = Mehrsparten-Sportverein mit Schwerpunkt auf Fußball, Ende der 70er Jahre bekannt als Feierabendprofis in der 1. Bundesliga, danach schleichender Abstieg auf Grund von Finanznöten, vor 2 Jahren beim Nicht-Bezahlen von Sozialabgaben erwischt, aber mittlerweile so gut wie aus eigener Kraft vor der Insolvenz gerettet, Lieblingsverein aller echten Heiner – wer geht schon zur Eintracht, baaah – Hassvereine Offenbacher Kickers, SV Waldhof Mannheim, Eintracht Frankfurt und Hessen Kassel = Peters Lieblingsverein, obwohl Peter kein echter Heiner, sondern eine Griesheimer Zwiebel ist). Am Wochenende Derby gegen Waldhof Mannheim (mittlerweile in Darmstadt wahlweise Waldhopp Mannheim oder Waldhof Hoppenheim genannt -> Dietmar Hopp = SAP-Gründer und u.a. Sport/Kultur-Mäzen im Heidelberger/Mannheimer Raum, Unterstützer und Gründer verschiedener sozialer Stiftungen und Initiativen, Feindbild vieler echten – nicht Erfolgs- und Eventfans – Fußballfans, da Sinnbild des modernen, unechten Geltungsbedürfnis-Fußballs) , das erste offizielle in Darmstadt seit mehr als 10 Jahren, Vorfreude bei den Fans, Aggressionsabbau möglich, Freunde des alternativen Fußballvergnügens erwartet, alles zusammen ein Grund, meinen Flug zu verschieben und sich zwei Tage später ins Flugzeug – da schreibe ich gerade – nach Shanghai zu setzen.

Die Lilien kämpfen mal wieder gegen den Abstieg, in der Regionalliga (4. Liga), haben gerade die letzten paar Spiele verloren und den Trainer gewechselt, Mannheim auf dem Vormarsch, 4. in der Tabelle, kämpft noch um den Aufstieg, die Rollen also klar verteilt. Vor dem Spiel alte Schulfreunde angerufen, Vorfreude ist da, Treffen an der Tanke, viel Polizei vor Ort, aber alles ist ruhig, Schulfreunde kommen zu spät, Stau, da so viele Polizeiautos – am Abend vorher hat mir ein mit einem Freund befreundeter Polizist erzählt, dass die Polizei 5000 Mannheimer erwartet, wenn das wirklich war ist, kann ich nur sagen, wie bescheuert kann man sein, Mannheim hat zu Hause einen Schnitt von ca. 3ooo Zuschauern, wo plötzlich 2000 mehr herkommen sollen, ist mir schleierhaft – entweder auf der Straße stehen oder die Polizeiautos sich gerade das 4. Oder 5. Mal entscheiden in die andere Richtung zu fahren und daher im Konvoi mitten auf der Straße drehen und diese komplett blockieren, einen Sinn sehe ich dabei nicht, aber irgendwie muss man ja die Massen an Polizisten rechtfertigen, die jede Woche, die Fans der Lilien begleiten.

Kurz bevor mein Date ankommt, dann noch einmal ein bisschen Aufregung, eine Hummer-Stretch-Limousine fährt vor, aus den Fenstern hängen leicht angetrunkene Lilienkiller – so das Motto der Mannheimer Fans -, die ebenfalls schon gut alkoholisch gefüllten Lilienschweine – die ironische Antwort der Lilienfans auf das Lilienkiller-Motto – belagern die Limousine, ein bisschen Beleidigungen hin und her, die meisten sind erstaunt und müssen schmunzeln, naja, die Polizei ist auch erstaunt, leicht verunsichert, was tun, wo parken lassen, strikte Fantrennung und die Limousine kann nicht zur Lichtwiese – da ist der Eingang der Mannheimer – geführt werden, da sich weiter unten auf der Straße schon ein kleiner Darmstädter Mob ist, der auf die eintreffenden Mannheimer Zugfahrer gewartet hatte, also auf der falschen Stadion-Seite parken und die Mannheimer mit einer kleinen Polizei-Kolonne über den Darmstädter Eingang in den Mannheimer Block bringen.

Naja, dann doch noch ein kleines Treffen der Freunde der dritten Halbzeit, auf dem Weg zur Kasse, ein paar Mannheimer und Darmstädter am sich blöd Anmachen – wie hat die Polizei die Mannheimer auf der Darmstädter Stadionseite eigentlich nicht bemerkt, sind der Polizei bestimmt nicht unbekannt – egal, die Mannheimer waren 12 Leute, Aufforderung an die Darmstädter später mit genau 12 Männeken irgendwo aufzutauchen – zum Kaffee-Trinken haben die sich bestimmt nicht verabredet, sahen zumindest nicht wie Cappuccino-Genießer aus – , das Interessante dabei, vorher standen die Mannheimer Hanseln auch an der Tanke und haben mit den paar Darmstädtern, mit denen sie sich gerade auf einen Nicht-Cappuccino verabredet hatten, ein paar Bier geleert – wie gesagt vor den Augen der Polizei, aber die hat sich wahrscheinlich auf das In-Kreisen-Fahren und den Verkehr Blockieren konzentriert.

Zum Spiel, schönes Wetter, recht gut gefülltes Stadion, Derby-Stimmung, die Mannheimer Fans mit Verspätung, frühes 1 – 0 für die Lilien, ein später Ausgleich, eine kämpfende Lilien-Mannschaft, zufriedene Fans und ein überraschender Punkt gegen den Abstieg, noch 4 Punkte Vorsprung, wir schaffen das, ich zittere in China auf jeden Fall mit und werde Samstag abends beim Essen hin und wieder den Live-Ticker verfolgen.

Berlinomat

24. April 2009

Nach 2 Wochen in Südtirol nach Berlin, auf dem Flugfeld schon Berliner Frühlingsgeruch, abends mit dem Bus von Schönefeld kreuz und quer durch Neukölln bis zum Hermannplatz, irgendwie unwirklich das Ganze, absurd, schwer zu beschreiben, wieder in Berlin, aber nicht wirklich da, habe mich so drauf gefreut, dann aber auch Nervosität, am nächsten Morgen Diplomarbeitsverteidigung – Lissy hat den Vortrag, bevor wir schlafen gegangen sind, das fünfte oder sechste Mal gehört, kannte ihn schon auswendig, ich aber war stolz, nur noch knapp 20 Minuten, optimal, die Zeitvorgabe genau getroffen, am Tag vorher dauerte er noch 31 Minuten

Am nächsten Morgen, der Vortrag klappt gut, die Fragestunde danach auch, treffe viele Leute aus dem Institut, schön wieder an der Uni zu sein, ich fühle mich aber alt, die Studenten sind so jung, egal, ab jetzt nur noch die letzten Änderungen an der Diplomarbeit und Freizeit (Cafe-Rumsitz-Zeit/Cappuccino-Test-Zeit).

Zunächst der erste Schock, Kreuzberg hat sich verändert, scheint im Moment super-in zu sein, ganz viele Studenten, neue Cafes, neue Bars, die Gegend am Kanal auf der Neuköllner Seite voller Bars – komischerweise waren sie immer fast leer, wenn ich vorbeigekommen bin -, naja, zumindest gab es die Möglichkeit während meiner Arbeitssitzungen an der Diplomarbeit und während des Freunde-Treffens neue Cappuccinos auszuprobieren – Berlin mausert sich, die meisten waren gut, einer sehr gut, aber teuer.

Nach zwei Tagen war das Gefühl des Unwirklichen, des Nicht-Wirklich-Anwesend-Seins vorbei, ich mochte Berlin wieder, Berlin mochte mich wieder, die Sonne schien, ne schöne Zeit, spannend, die Leute vom Cafe aus oder im Park zu betrachten, neue Trends zu sichten, zu bewerten und darüber zu lästern.

  • Cowoboy/-girl-Look

Schrecklich, 3 Mal dachte ich, es wäre Fasching/Karneval/Fastnacht – ich hasse dieses überflüssige Fest -, am zweiten oder dritten Tag, ein Vollcowboy, mit spitzen Cowboy-Stiefeln, Cowboy-Hut, Jeans und Cowboy-Weste mit Sheriff(?)-Stern verunsichert die Wiener Straße, ne eher mich, ich geschockt, wie kann man sich so etwas ernsthaft anziehen, mitten am Tag, hat nur noch das Lasso gefehlt. Am vorletzten Tag, zwei ¾-Cowboys lehnen an der Tür zum einem Geschäft in der Oranienstraße, beiden hat der Stern, einem hat der Hut gefehlt, es sieht auf jeden Fall lächerlich aus, immerhin hat man was zum Schmunzeln, aber ich hoffe, der Trend verschwindet schnell wieder, nicht dass bald der Indianer-Look auch noch in wird und sich auf der Oranienstraße Indianer – am besten mit Taubenfedern-Kopfschmuck, local identity – und Cowboys bekämpfen, obwohl wäre ein guter Gag für den 1. Mai.

  • Kurzer Jeans-Rock/Fast arschfreie T-Shirts/Kleider
  • Farbige, blickdichte, glitzernde, Strumpfhose/Leggins

Die beiden Trends gehören zusammen, bei Männern nicht zu sehen, bei Mädels umso häufiger, nicht immer zum Vorteil der Frau, kommt halt auf die Figur an, keine eindeutige Meinung von mir dazu, aber eher abgeneigt, vor allem die fast 80er-Style-Strumpfhosen/Leggins sind nicht mein Ding, richtig bescheuert wird’s, wenn die t-shirt-artigen Kleider zu kurz sind, der Hintern voll zu sehen ist und Frau untenrum eine blaue ¾ Leggins mit eingenähten Silber-Glitzerteilchen trägt, sieht mir persönlich zu sehr nach den fiesen 80er Musikvideos aus, aber 80er Jahre Partys sind ja auch schon seit Jahren total in – verstehe das, wer will.

So, genug, über die Berlin-Trends gelästert, sitze gerade in Darmstadt im Cafe und schreibe – wieso gibt es in Darmstadt keine Cafes mit Internetzugang? – und muss sagen, Darmstadt sieht aus wie Darmstadt, die Leute tragen genau das, was sie in Darmstadt schon vor 10 Jahren getragen haben und was sie in 10 Jahren immer noch tragen werden, natürlich leicht modifiziert, aber es ist und bleibt Darmstadt-Style – vielleicht ist es ja der westdeutsche-mittelgroße-Stadt-Style – dann doch lieber Indianer und Cowboy, da kann man immerhin drüber schmunzeln.

Zuletzt noch eine Empfehlung, Sushi lecker, super lecker, Hakata – oder heißt er Hataka -, Oranienstraße zwischen Görlitzer Bahnhof und Heinrichplatz, ist Slow-Food – es dauert ungefähr ne Stunde, bis man die Sushi hat, man darf also nicht mit Riesen-Kohldampf aufkreuzen – Hakata-San ist ein alter Japaner mit Brille, spricht nur rudimentär Deutsch, man muss die Bestellung auf ein Blatt kritzeln, keine ausgefallenen Super-Sushi-Kreationen, dafür super-unglaublich-leckere Sushi, ein Genuss, dafür auch noch sehr gut bezahlbar, ein guter Abschluss für meinen Berlin-Aufenthalt, jetzt wieder Darmstadt, da ist eher Italiener oder Spanier oder Grieche angesagt, was fehlt, Hakata-San, lecker Sushi, die Geschäftsidee in Darmstadt, wer kann, wer will, ein super sicheres Geschäft, man muss halt nur Sushi machen können.

Chinesen in der Warteschlange

22. April 2009

Schon lange her, dass sich auf dem Blog etwas getan hat, Diplomarbeitsstress, allgemeine Lustlosigkeit, Reisen, Europaaufenthalt, Diplomarbeitsverteidigung, Diplomarbeitskorrektur…, aber jetzt, der Blog ist zurück, ich hoffe, ich werde mir wieder die Zeit nehmen zu bloggen, was die Finger hergeben.

Der Nachteil, ich bin außer Form, weiß nicht, ob die Witze noch sitzen, weiß nicht mehr unbedingt, was ich schon einmal geschrieben habe, wenn ich also was schreibe, bei dem ihr anfangt zu gähnen, weil ich das schon mindestens fünf Mal geschrieben habe, will ich ein lautes Cazzo, che cosa fa questo stronzo, non sa neanche che noi ci annoiamo delle storie sempre uguali. oder einfach ein einfaches Was is’n das für ein Trottel, kann der nich mal was Neues schreiben hören, ja ich will es bis nach China hören, denn da bin ich ab übermorgen wieder, was, ihr habt ja Recht, impliziert, dass ich zur Zeit nicht da bin.

Also, Flug nach Frankfurt, Lissy besuchen, Buchvorstellung – nicht mein Buch, sondern von Lissy – Diplomarbeit verteidigen, Südtirol genießen, Berlin besuchen, Freunde treffen und mehr standen auf dem Plan. Zunächst der Flug, eine Geschichte für sich, mit Emirates, Luxus pur, ein klein wenig mehr Beinfreiheit, echt gutes Essen, eine Riesenfilmauswahl, Handys für über 100.000 US Dollar in Dubai, nervige, arabische Kinder – Wieso sitzen die immer vor oder neben mir? – , zur Zeit die billigste Verbindung zwischen Shanghai und Frankfurt und Chinesen im Ausland.

Vor Olympia wurde ja überall verbreitet, dass die Chinesen das Schlange-Stehen nicht können und es deshalb einmal die Woche geübt werden müsse. Naja, ich hatte bisher noch keine Probleme, einmal in der Schlange bleiben sie in der Schlange, ob das jetzt am Training liegt oder ob das schon immer so war, keine Ahnung. Was anders ist, der Abstand zwischen den Menschen in der Schlange, d.h. man muss in der Schlange immer wachsam sein, einmal kurz nicht aufgepasst und es hat sich ein kleiner Abstand zwischen zwei Chinesen gebildet, spritzt ein anderer, der noch nicht in der Schlange war, in den Zwischenraum, daher klebt einem der Nachfolgende immer direkt am Arsch, sehr ungewohnt für Europäer mit eingebautem Wohlfühlbereich um einen herum, in dem sich am besten niemand aufhalten soll.

Egal, ich halte immer ein bisschen Abstand und meckere dann einfach los, ob derjenige oder diejenige – ganz oft sind es alte Frauen, es wirklich nicht böse von denen gemeint, sie meinen einfach, dass ich nicht zur Schlange gehöre, obwohl, was mache ich an der Post, ca. 1 m hinter dem Schalter??? – den Begriff sich anstellen kenne. Meistens stellen sie sich dann ganz verstohlen hinter mich und schämen sich ein bisschen, weil sie sich nicht so zivilisiert verhalten haben, wie es die Regierung von ihnen verlangt, naja, auf jeden Fall passt dann kein Blatt Papier zwischen meinen Hintern und den geläuterten Hintendransteher.
Die gelbe oder blaue oder rote oder schwarze Linie, die den Diskretionsabstand anzeigen soll, existiert auch in China, zumindest ist sie auf den Boden gezeichnet, nur eingehalten wird sie nicht – ein klein bisschen Zwischenraum und jemand stiehlt einen Platz!!! -, wieso auch, die Chinesen sprechen sowieso so laut, dass man alles noch ein paar Meter weiter hinten hört. Beim Zugticket kaufen ist das auch gar nicht so schlecht, da zumindest am Anfang – mittlerweile brauche ich die Hilfe nicht mehr – alle, die im Umkreis von 5 m um einen herum stehen und staunen, dass ein Ausländer versucht ein Ticket zu kaufen, versuchen einem zu helfen oder zumindest versuchen heraus zu finden, wohin denn dieser eigentümliche Ausländer, der noch ein Ticket kaufen muss, hinzufahren pflegt.

Oje, zu viel gelabert, die eigentliche Geschichte, in Dubai, Sicherheitskontrolle, 5 m Abstand zwischen Röntgengerät und Diskretionsabstandslinie, unmöglich für Chinesen, also die chinesischen Geschäftsmänner sofort zum Röntgengerät gerannt, obwohl noch Leute kontrolliert wurden, arabischer Sicherheitsmensch schickt sie mit gebrochenem Englisch zurück, die Chinesen mit gebrochenem Englisch meckern zurück, wollen zum Röntgengerät, kleiner Streit, die Chinesen bleiben verdutzt zurück, schauen sich an, wissen nicht, wann sie zum Röntgengerät gehen sollen, lassen andere vor… im Flugzeug nach Frankfurt sind sie gelandet, aber verdutzt sahen sie noch immer aus.

In Bergamo am Flughafen waren die chinesischen Studenten schlauer, Ryanair, wer zuerst kommt, sucht sich zuerst einen Platz, mir ist das normalerweise relativ egal, wo ich sitze, daher stelle ich mich normalerweise nicht in die Schlange, naja, wegen Umbauten ging es Bergamo nicht anders. Kurz vor dem Einsteigen, vier chinesische Studenten, gehen an allen vorbei, ich wollte schon gucken, ob sich irgendwo eine kleine Lücke aufgetan hat, in die sie schlüpfen wollten, ne, sie kannten sich aus, sie hatten priority gebucht, d.h. sie durften als erste einsteigen, noch vor den Familien mit Kindern.

Olympische Enttäuschung

06. November 2008

Tag drei meiner persönliche Tourispiele in Beijing, früher wach geworden als gewollt, Frühstück im Hostel, zusammen mit meinen Lieblings-Engländern – einer sieht Ur-Englisch aus, hat einen geilen breiten britischen Akzent und der andere ist indischer/pakistanischer Herkunft und redet wie Ali G – herrlich die beiden. Sie haben geschlafen, als ich am Donnerstag im Hostel angekommen, seitdem habe ich sie immer im Hostel gesehen, wenn ich dort bin. Die beiden machen eine halbjährige Asien/Australien/Neuseeland-Reise, hört sich super an, vielleicht wird es aber auch nur eine Hostel-Tour.

Die beiden hatten ein bisschen Angst vor Chinesen und chinesischem Essen. Daher waren sie komplette drei Tage nur im Hostel, außer einem Kurz-Trip auf den Tiananmen-Platz (etwa 5 Laufminuten), wobei es auf dem Rückweg einen Zwischenstopp bei McDonalds gab.

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Egal, ich doch wieder in Touri-Stimmung, los in den TianTan Yuan (Park des Himmelstors – glaube ich), super viele Chinesen dort, viele Touris, aber auch viele Beijing Ren, die ihren Frühsport und ihre Sonntagsaktivitäten dort machen, TaiChi, Schwertkampf, singen im Chor, singen alleine, Badminton, Karten spielen, sich Ringe zuschmeißen und mit dem Kopf fangen, Tennis spielen, rückwärts laufen (sorgt dafür, dass die Organe in die richtige Position gerückt werden, da sie beim ständigen vorwärts laufen nach hinten gedrückt werden), gegen Bäume treten (Berührungen mit den Menschen übertragen negative Energie, deswegen müssen Bäume berührt werden, um positive, reine Energie zu erhalten), … , unmöglich alles aufzuzählen, aber irgendwie super spannend. Naja, die Sightseeing-Sachen auch nicht schlecht.

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Danach weiter zum neuen CCTV-Building, leider noch im Bau und daher eingekreist von riesigen Werbetafeln, schade, aber trotzdem beeindruckend, wird bestimmt mal ein Wahrzeichen Beijings, weiter zum Olypmpiastadion, kleine Enttäuschung. Das Stadion ist krass, der Water Cube auch, der Rest eine riesige Betonwüste. Die Riesenlampen überall erinnern an russische Sowjetzeiten und alle Hallen sind über einen 40 m breiten Betonweg verbunden, toll, soviel Kreativität in das Stadion und in den Water Cube geflossen sind, so wenig Kreativität war übrig für den Rest der Hallen und das Drumherum. Wollte noch was essen dort, Fehlanzeige, gibt dort nur Instantnudeln, kein Bock drauf, weiter in die geile Designerstraße, zum vegetarischen Restaurant, danach Weihnachtsgeschenke-Shopping und ein Cappuccino, Karten schreiben, Füße entspannen, leider keine Zeit mehr zur Fußmassage – zu viel Shopping vorher – zurück ins Hostel, zum Bahnhof, wieder durch ein Nadelöhr – von der U-Bahn zum Bahnhof gibt es genau eine Rolltreppe für gefühlte 1000 Menschen – in den Hauptbahnhof, Stress, finde den Zug nicht, dann doch, auf den Sitzplatz – habe keinen Schlafwagenplatz mehr bekommen – 11 Stunden zurück nach Shanghai und entspannen.

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Um 6 Uhr wache ich auf, um mich herum ein Beauty Salon. Die meisten gehen wahrscheinlich direkt zur Arbeit, da muss sich ja vorher zurecht gemacht werden. Lid-Strich setzen, Wimpernstusche, … habe ich auch schon in Berlin in der U-Bahn gesehen, hier aber der ganze Zug, auch Männer, im Rausputz-Modus. Ganz trendy sind einige Cremes, die ewig eingepflegt werden. Ankunft, rein in die U-Bahn, nach Hause, schlafen, ein richtiges Bett, jaaaa…..

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Mauerspaziergang

06. November 2008

Teil zwei aus Beijing, früh raus, sehr früh raus, um 5:40 Uhr aufstehen, 6:40 losfahren und um ca. 10 Uhr an der großen Mauer in Jingshanling sein. Das erste Gefühl, hier ist es kalt und windig, arrgghhh. Wir haben ne 10km Wanderung gebucht, es gibt einen local guide, wofür, wir laufen ja sowieso nur gerade aus, egal, teuer war es nicht.

Als erstes ein bisschen Enttäuschung, wir sind extra weiter weg von Beijing gefahren, um den Touristenhorden zu entgehen und wahrscheinlich haben wir das auch gemacht, aber viele Leute waren es trotzdem. Naja, während der Wanderung wurden es immer weniger um uns rum und die chinesischen Tourgruppen waren auch bald abgehängt.

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Mit der Seilbahn hoch zur Mauer, überragend schöne Landschaft, die Mauer beeindruckend und steiler als gedacht, hätten die sich nicht flachere Berge aussuchen können. Teilweise krass restauriert, teilweise zerfallen, das alles bei perfektem Wetter, einfach ein Traum. Irgendwann war die Batterie meiner Kamera leer, echt schade, aber das erspart euch erhebliche Zeit beim Bilder anschauen. Für Daisy war es ein bisschen anstrengend, daher konnte sie den Mittelteil nicht wirklich genießen, schade, aber ich bin noch immer geflasht. Am schlimmsten ein steiles Teil, komplett restauriert, ohne Stufen, das ganze Gewicht in den Knien, aua, danach habe ich mich entschieden am Zielort doch nicht noch mal das ganz steile Stück zu laufen, werde halt alt und knattrig.

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Danach 3 Stunden zurück im Bus nach Beijing, in eine tolle Touri-/Designstraße mit tollen Cafes, noch einen Cappuccino getrunken, ein paar Geschäfte angeguckt, Karten geschrieben – ja einige von euch werden ne Karte bekommen, wenn ich es mal schaffe sie einzuschmeißen, gar nicht so einfach, wenn ich den ganzen Tag in Minhang bin und die Post zu hat, wenn ich wieder in Xuhui bin – und dann zurück ins Hostel.

Am Abend quer durch die Stadt zu Kai ins Studiviertel von Beijing, fast nur Ausländer dort unterwegs, chinesische Studenten müssen halt auch am Samstag abend lernen – und das ist kein Witz – die meisten Chinesen fangen erst an auszugehen, wenn sie arbeiten. Lustiger Abend, eine ewige Fahrt ins Hostel, todmüde, aber froh, morgen mal weniger angucken.

Nadelöhr

06. November 2008

Missgeschick vorbei, morgens in den Zug, ein Luxusgefährt, besser als jeder ICE – ok ich bin dort noch nicht 1. Klasse gefahren – Beinfreiheit und ausgebucht, unglaublich, das sollte sich die Deutsche Bahn mal anschauen, immer ausgebucht. Abends am Südbahnhof angekommen, erst mal Foto zücken, neu, wie so vieles in Peking, erinnert an einen Flughafen, sieht nicht aus wie ein Bahnhof, 25 Gleise und das ist nur der Südbahnhof.

Egal, ein kleines Problem hat der Bahnhof, die U-Bahn ist noch nicht fertig, also müssen alle mit dem Taxi fahren. Eigentlich kein Problem, wenn nicht alle, ich sage „alle“ durch eine etwa 3 m breite Tür müssen. Ein herrliches Bild, wie sich ein komplett ausverkaufter Zug versucht durch eine enge Tür zu quetschen und möglichst schnell ein Taxi zu bekommen. Nach 45 Minuten hatte ich eins.

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Das Hostel echt nett, Top-Betten, super im Zentrum, aber in ner eher teureren Gegend. Essen, schlafen, aufwachen, Touri-Tour fängt an – Sommerpalast. Super Wetter in Beijing, kein Smog, blauer Himmel für drei Tage, Sonne, Herbstwind, einfach perfekt. Sommerpalast beeindruckend, schöner Park, ein paar schöne Gebäude und am Morgen gar nicht so viele Touristen, später waren es dann schon unglaubliche Massen.

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Egal, ein bisschen von den Hauptattraktionen entfernt waren wir fast alleine, super in den Garten der Harmonie, eine unglaublich ruhige Ausstrahlung, ein Chinese spielt Querflöte, ein Traum, bis auf die allgegenwärtigen Lautsprecher, die ein mit pseudo-klassischer-Musik berieseln und plötzlich eine kurze Geschichtsstunde über die Lautsprecher, ok, es gibt nirgends Ruhe hier.

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Weiter auf den Duftberg im Nordwesten Shanghais, schöne Aussicht über Beijing, aber unglaublich viele Chinesen dort. Das komische, der Berg ist dafür bekannt im Herbst besonders schön zu sein, wegen der roten Blätter. Naja, 99% der Bäume sind Nadelbäume, wo die roten Herbstblätter herkommen sollen, keine Ahnung. Nett war es trotzdem, anstrengend auch, Füße tun weh, noch Pekingente essen und früh schlafen, am nächsten Tag geht früh zur großen, großen, großen Mauer, 10 km wandern…

Nie wieder Taxi fahren

29. Oktober 2008

So langsam habe ich mich beruhigt, sonst würde der Text in einem großen Haufen Schimpfwörter untergehen. Morgen und übermorgen ist kein Sprachkurs, ab nach Beijing, dachte ich mir, Zugticket gekauft, Unterkunft besorgt, Kai Bescheid gesagt, erstes Kapitel der Diplomarbeit vor der Abfahrt fertig bekommen, und dann Stau…Unfall…Zug verpasst, was für eine… .

Es hat heute den ganzen Tag geregnet, ich saß in den letzten Zügen des ersten Kapitels, ach, gerade so fertig geworden und kein Bock gehabt zur U-Bahn zu laufen, ich habe ja immerhin einen großen und einen kleinen Rucksack dabei. Also ein Taxi genommen, was bei Regen in Shanghai trotz einer Unmenge an Taxis gar nicht so einfach ist.

Eine gute Idee war das nicht, Stau, überall Stau, dann im Stau baut mein Fahrer noch einen Unfall, als ich ihm erzähle, dass mein Zug in 20 Minuten fährt. Diskussionen fast eine Schlägerei zwischen meinem Fahrer und dem anderen Typen, ich komme zu spät, genau drei Minuten. Leider keine DB-typische Verspätung, verdammte …, ich habe meinen Zug verpasst. Alle anderen Tickets für den abend weg, mir hilft ein chinesisches Pärchen, damit ich wenigsten einen Teil des Tickets wiederbekommen, jetzt fahre ich morgen nach Beijing, dann aber wirklich und ich werde nie mehr wieder ein Taxi nehmen, wenn ich einen wichtigen Termin habe. Lieber laufe ich einen Tag als sowas noch einmal zu erleben. Arghhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!

Prenzlberg in Shanghai

18. Oktober 2008

So, der Alltag in Shanghai hat mich wieder, 2 Stockwerke unter mir wird eine Wohnung komplett renoviert, d.h. lange schlafen ist zu Zeit nicht drin. Die Besitzer renovieren anscheinend selbst, morgens um 6.30 Uhr geht’s los, um 8.15 Uhr gehen sie zur Arbeit und abends um 17.30 Uhr renovieren sie weiter. Zum Glück hat Isabella mir Oropax mitgebracht, da kann ich zumindest am Wochenende ausschlafen, unter Woche muss ich ja den Wecker hören.

Ist wieder viel passiert in der Woche, mein Highlight war aber Prenzlberg mitten in Shanghai. Es ist gerade wunderschönes Wetter in Shanghai, nicht schwül, knapp über 20 °C, oft Sonnenschein und blauer Himmel, den sieht man selten hier. Ich wollte auf jeden Fall draußen arbeiten, ein Cafe, in dem man draußen sitzen kann, gibt es hier eher selten. Mir wurde die Taikang Lu empfohlen.

Super war’s, ganz enge alte Gassen, ein paar Galerien, meistens Fotoausstellungen, Designer-Läden dazwischen, viele Restaurants, Bars und Cafes. Irgendwie ist es touristisch, aber es wohnen auch noch normale Chinesen dort. Als ich im Cafe saß, kam eine alte Frau und hat über mir mit einem langen Stock die getrocknete Wäsche von der Stange genommen, irgendwie ein guter Mix aus moderner, kosmopolitscher Stadt und altem China.

Ansonsten esse ich jetzt manchmal Brot, Familie Hilton macht’s möglich. Es gibt eine bei fast allen Deutschen bekannte deutsche Bäckerei hier in Shanghai, zu der gehe ich aber nicht, zu weit weg und liefern lassen, will ich es auch nicht. Das Hilton ist mit dem Fahrrad aber nur 10 Minuten weg, super, die haben eine Bäckerei mit Vollkornbrot, Schwarzbrot, etc. Schmeckt ganz gut, ist auf jeden Fall 10 Minuten auf dem Fahrrad und 3,50 – 5,50 € wert. Die Portiers wundern sich zwar immer, wenn ich mit dem Fahrrad vorfahre – da kann man gar keine Tür aufhalten – , Deutsche, auf der Suche nach der Bäckerei , sind sie aber gewohnt. Ich wurde gleich zur Bäckerei geführt, nachdem ich das Wort Brot losgeworden war.

Ansonsten gab es noch die Kritik, dass nicht genau klar ist, wo ich überhaupt hingereist bin. Einfach die Karte anklicken und angucken. Gehe jetzt schlafen, schnarch, schnarch,…

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