Archiv für die Kategorie ‘Ankommen’
Meine Uni, mein Campus, mein Block
20. Oktober 2008Blogging – The Chinese Way
20. Oktober 2008Willkommen in Hangzhou
20. Oktober 2008Lost in Shanghai
01. Oktober 2008Mein erstes Mal
12. September 2008Kennt ihr die Rubrik ‚Das erste Mal‘ aus der Bravo. Also bei mir war das so, dass ich… letzten Sonntag das erste Mal einen kleinen Ausflug gemacht hab, das erste Mal in einem Konfuzius-Tempel war, das erste Mal in einem echten chinesischen Park spazieren gegangen bin und das erste Mal auf eine Pagode geklettert bin, war nur der Sonntag, aber anstrengend und interessant war es trotzdem.
Ich bin nach Jiading gefahren, das liegt im Nordosten von Shanghai, war sonntags wahnsinnig voll mit einkaufenden Leuten und besitzt einen schönen Park, einen Konfuzius-Tempel einen ganz kleinen Teil der alten Stadt und eine riesige Pagode. Ansonsten ähnelt es von der Lautstärke, den Häusern, etc. Xuhui – das ist der Stadtteil, in dem ich wohne -. Das einzige was fehlt, ist die Skyline der Hochhäuser. Der Park war richtig schön, der Lärm von der Straße war trotzdem noch leicht zu hören, entspannt habe ich mich trotzdem.
Danach zum Mittagessen, der erste Ausländer seit Jahren wahrscheinlich, weil mich doch alle ziemlich blöd angeguckt haben. Danach zum Konfuzius-Tempel, der mich ein bisschen enttäuscht hat, war nicht wirklich so spannend. Dafür war ich als Ausländer die Attraktion für ein paar Kinder. Mag es ja nicht so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, auf jeden Fall wurde ab diesem Zeitpunkt jeder Schritt von mir von dem einen Jungen genauestens beobachtet.
Es gab noch ein weiteres ‚erstes Mal‘. Ich war das erste mal in Pudong, der Gegend östlich des Huangpu. Bis vor 10-15 Jahren gab es dort nur Grasland, jetzt ist es der Traum eines jeden Stadtplaners. Ein Büro- und Wohnturm neben dem nächsten, die bekannte Skyline von Shanghai liegt in Pudong, alles ist neu. Der Vorteil ist, es ist ruhig dort, da die Leute dort entweder arbeiten oder irgendwo ganz weit oben im Hochhaus wohnen. Riesige Straßen,Grünstreifen und Parks, neu gebaute Hochhäuser, irgendwie wirkt es aber kalt und unnahbar. Was ich nicht verstehe, wieso die Straßen so weit auseinander liegen. Da machen die Grünstreifen und die grünen Parks einfach keinen Sinn, da sowieso jeder im Auto fährt. Die Entfernungen sind einfach zu groß. Ich habe auch niemanden im Park gesehen. Naja egal, der Grund meiner Fahrt nach Pudong war meine Aufenthaltserlaubnis. Habe meinen Pass abgeholt, dort drin ist eine Aufenthaltserlaubnis bis zum 31.07.2009. Jetzt bin ich angekommen, endgültig, die Bürokratie ist vorbei.
Männerproblem
11. September 2008Vielleicht hat sich eben jemand gewundert, wieso ich nur mit Frauen zusammen essen gehe. Einerseits habe ich in Berlin ja auch mehr Freundinnen als Freunde, andererseits liegt das aber auch an den Männern, die ich hier bis jetzt kennen gelernt habe.
Vielleicht hätte ich auch schon mit 20 anfangen sollen chinesisch zu lernen, dann hätte ich mich hier so richtig ausleben können. Als männliche Langnase – wie die Nase eines Mannes , so die … – hat man hier ja nicht wirklich so ein Problem Frauen kennen zu lernen. Es ist eher ein Problem, sich den Frauen zu erwehren, wenn man selbst nicht will. Mein Problem nun, unter den männlichen Langnasen, die ich bisher kennen gelernt habe, gibt es genau zwei Gesprächsthemen. Wer, wann, wo, und mit wie vielen Frauen und wo und wann habe ich und kann ich heute möglichst viel Alk zu mir nehmen und dabei möglichst wenig bezahlen. Beides ist nichts, was mich gerade brennend interessiert. Bei den Frauen habe ich da bisher mehr Glück gehabt, die trinken irgendwie weniger oder sie lassen es nicht so raushängen und die chinesischen Männer überzeugen dann doch nicht so, vielleicht liegt es ja an der Nasenlänge, wer weiß?
Gegensätze
11. September 2008Man merkt, der Alltag hier hat mich so langsam richtig eingenommen. Ich darf ja am Sprachkurs teilnehmen (juhu), d.h. morgens Sprachkurs, Mittagessen und nachmittags dann Diplomarbeit, irgendwann auch noch ein bisschen Hausaufgaben für den Sprachkurs machen und neue Leute kennen lernen. So sieht zur Zeit mein Tagesablauf aus, in dem das Blog Schreiben halt oft nicht mehr reinpasst. Ich will mich aber nicht beschweren, ich bin nämlich wirklich glücklich darüber, den Sprachkurs machen zu dürfen.
In meiner Wohnung herrschen gerade gewaltige Gegensätze. Auf dem Weg zur Toilette bin ich eben beinahe umgekippt. Es ist wieder richtig heiß und schwül in Shanghai geworden, so dass ich heute, nachdem ich gestern schweißnaß in meinem Zimmer saß, die Klimaanlage angemacht habe. Die 26 °C fühlen sich wie gefühlte 10 °C an. Da die Klimaanlage aber nur mein Zimmer kühlt, musste ich eben durch das Wohnzimmer zur Toilette – gefühlte 40 °C mit 90% Luftfeuchtigkeit. Wahnsinn, mein Kreislauf hatte so seine Probleme damit.
Worüber ich aber schreiben wollte, heute war mal wieder so ein Tag. Bei mir im Kurs sitzt Fiona, eine Deutsche, ihr Freund arbeitet bei ABB – das verschafft mir vielleicht ein ganz spannendes Praktikum – Wir sind also zusammen Mittag essen gegangen und haben über das Leben in Shanghai geredet. Beide sind – drücken wir es nett aus – ein bisschen genervt von Shanghai, da man außer Essen gehen und Party machen in Shanghai nicht viel machen kann. Dazu noch Visaprobleme für Fiona – das habe ich übrigens schon von vielen gehört, dass es gerade totale Visaprobleme gibt – und ne Luxuswohnung im 37. Stock, neben der gerade eine neue U-Bahn Station gebaut wird. Das Problem dabei ist, in China wird rund um die Uhr gebaut, d.h. nachts geht es erst richtig los, da dann weniger Verkehr ist. Auf jeden Fall ist die Baustelle nicht gut für den erholsamen Schlaf, so dass beide froh sind, dass der Aufenthalt in Shanghai nur für ein Jahr ist und sie im Januar zurück können.
Heute abend war ich bei mir um die Ecke mit Sandrine essen, eine Französin aus dem Sprachkurs. Sie Anfang 20, morgens Sprachkurs, danach frei, abends Party. Hmmm, eine ganz andere Wahrnehmung von Shanghai. Alles geil, alles billig, geile Parties hier, geiles Parties da, da ne Happy Hour, dort eine, immer im Taxi unterwegs, kostet ja nicht viel, … . Man muss dazu sagen, dass man in Shanghai die ganze Woche fast kostenlos Alkohol trinken kann, wenn man nur weiß, in welcher Bar an welchem Tag welche Happy Hour ist. Da ich nicht so der Trinker bin, habe ich mich darum allerdings noch nicht so gekümmert. Wie von so vielen habe ich auch von ihr gehört, dass sie länger bleiben will als das halbe Jahr, das angedacht war. Mal sehen, was sie in drei Monaten sagt. Das Highlight ist allerdings Mike aus den USA. Mal locker 1500 US $ für den Kurs gelatzt, nach einen Tag keinen Bock mehr drauf, um jetzt Chinesisch bei nem Privatlehrer zu „lernen“ und genug zum Party machen zu haben.
Jetzt ist nur die Frage, wo ich denn genau stehe. Ich würde mal sagen, dass ich – wie mein DJ Name 0816 schon sagt – das Mittelmaß schlechthin bin, ich stehe irgendwo in der Mitte davon. Manchmal frage ich mich, was 16 Millionen Chinesen abends in Shanghai machen, wenn sie Punkt 17 Uhr nach Hause gegangen sind. Irgendwo muss es doch den Underground hier geben, ich mach mich auf die Suche danach, aber erst nach dem Wochenende, denn es geht ab auf ne Insel, Putuoshan, Strand und Klöster zusammen, ich bin gespannt.
Da Jia Hao!
10. September 2008Schon am 25. August bin ich gut in Nanjing gelandet und habe meine neue Wohnung
bezogen.
Bis zur Uni habe ich es nicht weit – nur 10 Minuten bis zum Ausländerwohnheim
und unserem Unterrichtsgebäude. Mit dem heute neu gekauften Fahrrad (Fotos
kommen später) kann ich sicher noch ein paar Minuten Schlaf rausholen
Im Konfuziustempel im Süden der Stadt habe ich die erste deutsche
Schleichwerbung in China entdeckt. Der leider verletzte Hürdenläufer Liu
Xiang hinter einer Dosenwerfanlage mit Sparkassenaufdruck – das alles
wohlgemerkt in einem Tempel.
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10 Würfe 10 Yuan (= 1 Euro)
Bis bald!
Alles muss seine Ordnung haben
05. September 2008So langsam verstehe ich einige Kleinigkeiten besser. Es gibt hier ja nicht nur Massen an Menschen, sondern auch Massen an Fahrrädern. An manchen Ecken stehen diese fein säuberlich sortiert, perfekt eingeparkt, auf engsten Raum. Ich habe mich immer gefragt, wie die das hinkriegen. Mein Fahrrad war bisher immer der Ausreißer in einer perfekten Inszenierung der Platzausnutzung.
Am Mittwoch kam ich von der Uni, aus dem Bus raus, oh nein, mein Fahrrad ist weg. Scheiße aber auch. Als ich genauer guckte, fand ich es, perfekt einsortiert. Yes, mein Fahrrad stach nicht mehr aus der Ordnung heraus, ich fühlte mich geehrt, fühlte mich als halber Chinese, jetzt muss es nur noch mit der Sprache besser werden. Wer das Fahrrad einsortiert hat, keine Ahnung, muss er aber professionell machen, sonst würde es nicht so perfekt aussehen.
Die nächste Sache, der Sonnenschutz. Beim Radfahren haben hier einige Frauen einen ziemlich abgefahrenen Sonnenschutz auf. Riesengroß, sieht in etwa so aus wie ein Mix aus Schweißermaske und einer viel zu großen Schirmmütze aus Plastik. Bisher dachte ich, es wäre ein Sonnenschutz für die Augen, Pech gehabt, es ist ein Sonnenschutz fürs Gesicht, damit es weiß bleibt. Dann sieht man bei Frauen am Roller oft noch so Armschützer. Ich dachte, es wäre um sich vor Dreck zu schützen, nein es ist Sonnenschutz für die Arme.
Ich habe doch von dem Kampf der Katze gegen den Wachmann vor der amerikanischen Botschaft –vielleicht auch Konsolat oder Kulturinstitut, keine Ahnung ,was es ist, auf jeden Fall weht eine Stars und Stripes über dem Gelände, welches beinhart vor Katzen beschützt wird – erzählt. Ich fahre häufiger dort vorbei. Heute war Wachwechsel, als ich vorbeifuhr. Kein Wachmann vor dem Tor, dafür ne Katze auf der Mauer. Die Katzen haben wohl den Kampf gewonnen, oder vielleicht wachen sie jetzt über das Konsulat
I am a special person
05. September 2008Na, habt ihr meine Ergüsse über China schon vermisst, war ja ein bisschen weniger aktiv in den letzten Tagen. Auf jeden Fall weiß ich jetzt ein Sache: I am a special person .;)
Wie ich darauf komme. Naja, am Montag bin ich als erstes zum Gesundheitszentrum für Ausländer, wo ich mein Gesundheitszeugnis anerkennen lassen wollte. Als ich am Telefon den Termin abmachte, hatte ich schon nicht das beste Gefühl. Ja kein Frühstück solle ich zu mir nehmen, obwohl ich sagte, dass ich alle Tests bereits in Deutschland machen lassen hatte. Auf jeden Fall kam ich dort an, nach einer halben Stunden Warterei, die Verarschung.
Sie: We don’t accept this from your country!
Ich: Wieso?
Sie: We don’t accept this from your country!
Ich: But, in Nanjing, they accepted it.
Sie: We are not in Nanjing, we never accept this from your country.
Eigentlich mussten alle noch einmal zur Untersuchung, bis auf irgendwelche Leute, die mit einem Chinesen reinkamen, der für ein bisschen Geld alles organisierte (und dafür wahrscheinlich die richtigen connections besaß). Ok, als erstes zur Kasse – zum Glück kostet das hier nur 38€ – dann in die Umkleide, Oberkörper frei machen und einen genialen, einem Bademantel ähneldenen, bisschen zerfetzten Untersuchungsmantel anziehen. Dazu noch so blaue Schutzstrümpfe über die Schuhe und fertig war ich für die gleichen Untersuchungen wie in Deutschland. Für die Inderin nach mir war das ganze dann doch ein bisschen unangenehm, doch wer nach Shanghai will, der muss da durch. Wie sich rausstellte, bin ich hier 4 cm kleiner als in Deutschland. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht auch, dass ich jeden Tag meinen Laptop zum Computer schleppe. Ihr werdet mich nicht wieder erkennen, wenn ich wieder in Deutschland bin, ich schrumpfe hier.
Ok, alle Untersuchungen schnell hinter mich gebracht, am Freitag kann ich dann das Zeugnis abholen. Jetzt aber zum Thema: I am special. Nicht nur, dass ich nicht wie die anderen Studenten im Studentenraum, sonderm im klimatisierten Professorenraum sitze und meine Arbeit schreibe, nein auch bei der Einschreibung wurde mir immer wieder klargemacht: I am a special person.;)
Also, nach dem Gesundheitsamt zur Einschreibung. Große Schilder führten zur Einschreibung der ausländischen Studierenden. Cool, dachte ich, ist ja alles organisiert. Ich also angestellt, kein registration record für mich da. Hmmm, da sie kein Englisch konnte – außer: You are very special -, ich nur Raum A6 verstand, brachte sie mich dahin, wo ich mich die Woche vorher schon registriert hatte. Die beiden Frauen dort im Büro kommen mit meinen Unterlagen nicht zurecht, beratschlagen sich, gucken im Computer, diskutieren und sagen: You are a very special person. Keine Ahnung wieso, aber ich lernte sogar: You have two identities. Ok, ab jetzt bin ich schizophren. Ich wurde auf die Suche nach Mister Gu geschickt. Mittlerweile hatten sich mir zwei Südamerikaner angeschlossen, die auch auf der Suche nach dem mysteriösen Mister Gu waren. Über Umwege, nach Durchfragen landeten wir wieder da, wo ich gestartet war. Sie wollten mich gleich wieder zu Room A6 schicken, nur da kam ich gerade her.
Jetzt sprach zum Glück jemand ein bisschen Englisch und wir machten uns auf die Suche nach Mister Gu. Schließlich fanden wir ihn als einer derjenigen, der bei der Einschreibung hilft. Also Nummer ziehen, 1 Stunde warten und Pech gehabt. Mister Gu war in der Mittagspause. Also zur Kollegin, die kannte mich schon. Es stellte sich heraus, dass ich schon eingeschrieben war. Als ich nach einem Studentenausweis fragte, schickte sie mich wieder zur Startposition. Dort kannten sie mich ja schon, wobei ich wieder einmal lernte: You are a very special person.
Schließlich kam Mister Gu wieder, und ich bekam meinen Studiausweis ohne Probleme. So speziell bin dann also auch wieder nicht. Vielleicht kann ich ja sogar am Chinesisch-Kurs teilnehmen, das erfahre ich am Montag.