Ping Pang

By Peter

So, wieder in Shanghai, am Anfang sehr ungewohnt wieder hier zu sein, nach ein paar Tagen fühlt es sich wie ein bisschen zu Hause an, der Obst- und Gemüsehändler kennt mich noch und freut sich wie immer, wenn ich bei ihm einkaufe – wahrscheinlich, weil ich mehr bezahle als die Chinesen -, beim Friseur kennen Sie mich nicht mehr, wie auch, A.J., mein persönlicher Haarkünstler, gibt es nicht mehr, zumindest nicht mehr in diesem Laden, egal, der Haarschnitt ist ok, nur bin ich jetzt ne Stunde kürzer beim Friseur, ein neues Rad – mein drittes wurde ja geklaut, kurz bevor ich nach Europa bin -, einen anderen Laden ausprobiert, derselbe Preis, dieselbe Qualität, ich fahre los, nach ca. 100 m löst sich das Pedal, zurück zum Laden, zwei neue Pedale rangeschraubt, mal sehen, wie lange das Pedal am Fahrrad bleibt, dann ein neues Schloss gekauft, zu Hause festgestellt, zu kurz, am Abend zurück zum Laden, ohne Kassenbon, einfach nur so hingegangen, in 20 Sekunden das Schloss getauscht – manchmal liebe ich China- , danach nach Hause gefahren, das Fahrrad in den 2. Stock getragen, jetzt wird es immer vor meiner Wohnungstür angeschlossen, mal sehen, wie lange es bei mir bleibt.

Naja, ich habe ja jetzt Freizeit, bis Sabine am nächsten Wochenende kommt, sogar Freizeit ohne irgendwelche Termine, Verpflichtungen, etc., was also machen, erst einmal den Jetlag auskurieren, gar nicht so einfach, wenn man am nächsten nicht irgendwie mit nem Termin irgendwo hin muss, hab’s versucht mit um-9-Uhr-zum-Friseur-gehen, keine Chance, der Friseur macht erst um 10.30 Uhr auf, offen hat er zwar bis Mitternacht – nach 20 Uhr ist er auch immer knallvoll – , egal, ich scheine ihn überwunden zu haben, heute war ich um 8.30 Uhr wach und nicht wie sonst in den letzten Tag so gegen 12 Uhr oder später. Das Problem dabei, China hat nur eine Zeitzone – ein-China-eine-Zeitzone-Politik -, d.h. in Shanghai geht die Zeit ein bisschen falsch – zumindest für mein europäisches Empfinden -, zur Zeit geht so gegen 4.15 Uhr die Sonne auf, um 5 Uhr ist mein Zimmer hell und abends wird es je nach Wetter um 18 – 19 Uhr dunkel, auf jeden Fall muss ich mich daran erst einmal gewöhnen.

Ach so, Freizeit war das Thema, Taiji will ich machen, es gibt aber eher keine Kurse – außer in den Luxushotels zu den dementsprechenden Preisen -, nur einzelne Lehrer mit Einzelunterricht, hört sich gut an, ist mir aber zu teuer, aber vielleicht habe ich das Richtige gefunden, gestern im Netz, eine Anzeige einer Organisation zur gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung Schwuler und Lesben, jeden Samstag Taiji, da will ich nächstes Wochenende mal hin, sind bestimmt auch lustige Menschen dabei, mit denen ich mich auch so mal hin und wieder treffen kann.

Sport läuft natürlich auch im Fernsehen, die Chinesen sind sportverrückt, sie lieben Fußball, obwohl sie ihn selbst grottenschlecht spielen – ich muss mich selbst erinnern, ich wollte ja unbedingt zu einem Spiel von Shanghai Donghua gehen, mal sehen, wie die Atmosphäre im Stadion ist -, im Fernsehen werden Spiele aus England, Spanien, Deutschland und Italien live übertragen, Samstag abends immer das Topspiel der Bundesliga, nur gestern nicht…

Zur Zeit ist gerade Ping Pang-WM – Tischtennis, das ist übrigens kein Schreibfehler -, das lieben die Chinesen noch mehr, Vor- und Nachberichterstattung mit über 90-jährigen SpielerInnen, die mich wahrscheinlich noch richtig von der Platte fegen würden, nur chinesische Siege, wobei auch die Hälfte der Spieler der restlichen Welt eingebürgerte Chinesen sind, nicht wirklich spannend, danach Halbfinale der Snooker-WM – das lieben die Chinesen auch, seitdem es seit einigen Jahren einen chinesischen Topspieler gibt, dessen Namen ich immer vergesse – , auch nicht wirklich spannend, obwohl teilweise beeindruckend, schade, keine Ablenkung beim Abendessen durch Bundesliga-Fußball, vielleicht dann nächstes Wochenende wieder, oder vielleicht unter Woche wieder, Champions League- Halbfinale, so ein Jetlag ist super, um 2.45 Uhr geht’s los, um 4.30 Uhr ist es zu Ende, bei Sonnenlicht geht’s ins Bett, obwohl, ich habe keinen Jetlag mehr, schade aber auch.

P.S.: Ich wundere mich gerade. Die Seite funktioniert ohne VPN-Client der TU, anscheinend nicht mehr zensiert, mach ja auch keinen Sinn, da andere Blogger-Seiten ohne Probleme zugänglich waren/sind.

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